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Messzeiten

  • Samstag: 18.30 Uhr
  • Sonntag: 08.00 Uhr
  • 10.15 Uhr

Predigt 2. Fastensonntag 2011


Liebe Schwestern und Brüder, ich begrüße Euch sehr herzlich zu unserer heiligen Messe. Vorige Woche haben wir das Elend der Menschen nach der Versuchung und Sünde gesehen. Heute zeigt uns Jesus auf dem Berg Tabor eine neue Dimension. Er zeigt uns seine Herrlichkeit, wozu auch wir berufen sind. In der heiligen Messe wollen wir im Kontakt mit Gott unsere Kraft schöpfen, um unsere Probleme überwinden zu können.

Predigt

Liebe Schwestern und Brüder, es gibt in Israel einen einsam stehenden Berg. Viele vermuten, dass es der Berg der Verklärung ist, wo das Geschehen des heutigen Evangeliums passiert ist. In der Verklärung Jesu ist ein wichtiges Ereignis geschehen, das dem Apostel und uns die Mission Jesu Christi  zu verstehen möglich macht. Kurz vorher hat Jesus die Apostel gefragt, für wen sie und die Menschen Ihn halten? Petrus hat ein persönliches Zeugnis abgelegt: „Du bist der Messias, der Sohn Gottes.“ Nachher hat Jesus die Apostel auf sein Leiden und seinen Tod vorbereitet. Petrus wollte das nicht zur Kenntnis nehmen, er hat protestiert. Jesus wies ganz deutlich hin, dass es ohne Leiden und Tod   keine Auferstehung gibt. Petrus und die anderen Apostel haben ein eigenes Konzept  über Jesus und seiner Mission gehabt. Jesus sollte der Messias sein, der das Volk befreit. Jesus sollte ein Sieger sein, aber auf keinen Fall soll Er leiden und noch weniger sterben. Jesus kündigte den Aposteln nicht nur sein eigenes Leiden und den Tod an, sondern dass auch das Leiden und der Tod  der Weg der Apostel sein wird.

Liebe Schwestern und Brüder, als Nachfolger Christi muss es auch uns bewusst sein, dass es nicht immer leicht ist, den Weg Jesu zu gehen.  Jesus hat uns nie versprochen, dass alles problemlos sein wird. Der Glaube ist eine große Hilfe für uns, aber auch eine große Herausforderung, wie für Abraham aus der heutigen ersten Lesung: ein Versprechen einer tollen Zukunft, aber gleichzeitig eine große Probe für seinen Glauben. In hohem Alter soll er sein Land verlassen und in die Unsicherheit gehen. Am Anfang hat er das Versprechen bekommen und dann die Schwierigkeiten, ähnlich wie im  Evangelium. Auf dem Berg der Verklärung schenkt Jesus den drei Aposteln eine unbeschreibliche Erfahrung seiner Gottheit, damit sie dann bei seinem Leiden und Tod den Glauben nicht verlieren. Es war ein schönes Erlebnis die Herrlichkeit Jesu mitzuerleben. „Es ist gut, dass wir hier sind.“ – sagte Petrus, um seine Begeisterung auszusprechen. Er wollte dort bleiben. Er wollte das wundervolle Ereignis nicht mehr hergeben, aber  alle kamen sie wieder in die irdische Wirklichkeit. Jesus hat die Sehnsucht nach der ewigen Herrlichkeit in den Aposteln erweckt, aber die Verwirklichung kommt später, weil die Mission Jesu nicht vollendet war. Jesus stieg mit den Dreien wieder hinab ins Tal des Lebens, in die Sorgen und Mühen des Alltags, in die Ängste, in die Leiden, in das Leben mit den Kreuzeserfahrungen. Wie in unserem Leben.

Wozu eigentlich die schöne Erfahrung und dann die Enttäuschung? Damit die Apostel wissen und sicher sind, dass es nach dem Leiden und Tod das ewige Leben gibt. Jesus ist  der Erste,  der den Weg gegangen ist und Er hat uns auch die Ewigkeit versprochen. Die Erfahrung der Verklärung sollte den Glauben der Apostel aufbauen und untermauern, damit sie die schwierigen Momente des Leidens und Sterbens Jesu durchgehen können und immer die Auferstehung vor Augen zu haben, besonders wenn alles aussichtslos  scheint . Das bringt ihnen Trost und Hoffnung. Das betrifft auch uns. Wir brauchen solche Erlebnisse der Nähe Gottes, der Verborgenheit und die Anwesenheit Gottes, damit wir dann sicher sind in unserem Glauben. Nutzen wir die Zeit, die wir mit Gott verbringen können, nämlich die heilige Messe, das Gebet. Sie bringen uns sehr viel Kraft. Aus dem Gebet entsteht dann das gute Werk. Aus den schönen Erlebnissen sollen wir die Kraft schöpfen, um die Welt zu verändern. Die heilige Messe, das Gebet, die Zeit mit Gott ist eine Stärkung, aber dann müssen wir in die Welt gehen und dort  Zeugnis ablegen. Ein Gebet, eine Zeit mit Gott, soll keine Flucht von den Problemen der Welt sein. Wir dürfen nicht in eine unrealistische Welt fliehen und dort bleiben. Wenn schon, dann nur für eine kurze Zeit, um  Kraft zu tanken, um dann unsere täglichen Probleme besser im Griff zu haben und sie  überwinden  zu können. Das irdische Leben ist die Vorbereitung für die Ewigkeit. Amen.